Am 15.12.2020 hat Herr Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales Laumann in einer virtuellen Feierstunde den Landesinklusionspreis NRW 2020 zum Thema „Barrieren abbauen - Zugänge schaffen“ für das von der Fachhochschule für Rechtspflege Nordrhein-Westfalen betriebene Projekt „Leichte Sprache in der Justiz“ verliehen. Über 150 Projekte hatten sich für diesen Preis beworben.
Die FHR hat sich in besonderer Weise um die Inklusion verdient gemacht: Seit einigen Jahren übersetzen unsere Studierenden unter Anleitung von Dozent FH Thomas Schmidt auf freiwilliger Basis juristische Inhalte in die sogenannte „Leichte Sprache“ (was gar nicht so leicht ist, denn auch diese Sprache ist normiert). In Deutschland richtet sich die Leichte Sprache an ca. 6.000.000 Menschen.
Es wurden zunächst die Internetauftritte aller 149 Amts- und Landgerichte Nordrhein-Westfalens übersetzt und ein dazu gehöriges Rechtswörterbuch gestaltet; der Umfang entspricht landesweit ca. 7.500 Seiten. Die Fachhochschule für Rechtspflege Nordrhein-Westfalen hat hier intensiv mit Prüfern der Lebenshilfe Oberhausen zusammengearbeitet.
Uns erreicht auch schon das erste Feedback aus der Praxis, das den Nutzen für die Zielgruppe der „Leicht-Sprachler“ eindrucksvoll bestätigt. So verweisen zum Beispiel Richterinnen und Richter im Termin zur näheren Erläuterung von Fachbegriffen auf die Inhalte der Leichten Sprache.
In diesem Jahr wirkte das Team an der Übersetzung der Landesverfassung NRW mit und für die Verwaltungsgerichtbarkeit wurde das Asylverfahren „übersetzt“. Die nächste Aufgabe wird die Umsetzung für den Strafvollzug (Besuchsregelungen, Postverkehr usw.) bilden.
Das Projekt hat inzwischen für bundesweites Aufsehen gesorgt: Die Justiz und verschiedene Hochschulen anderer Bundesländer bekunden ihr Interesse am Wissenstransfer.


Ein gelungenes Beispiel für die Einbindung finden Sie in den Internetseiten des Amtsgerichts Essen (https://www.ag-essen.nrw.de/beh_sprachen/beh_sprache_LS/index.php


Das Justizministerium hat aus Anlass der Preisverleihung ein Video erstellt: https://www.justiz.nrw.de/Mitteilungen/2020_12_16_Inklusionspreis/index.php


Die Fachhochschule bedankt sich bei allen Mitwirkenden an diesem Projekt:
- den Studentinnen und Studenten der Gruppe Leichte Sprache:
Jeff Bardenberg, Ogulcan-Burak Bilir; Katrin Brüning, Loreena Chwalczynski, Lena Dammeyer, Carolin Deppe, Lukas Frenken, Elena Gierse, Kira Goehler, Carla Haverkock, Felix-David Hechtenberg, Annalena Heinen, Rebekka Henkel, Jan Hoelker, Megan Hoelscher, Julia Jacobs, Timo Jaentgen, Nina Janczak, Leonie Janßen, Antonia Jess, Laura Kaletka, Vanessa-Sarah Kielbus, Elena Kirfel, Sarah Kluth, Julia-Chiara Krahforst, Luisa-Christine Krietsch, Katrin-Nicole Meier, Andre Middeldorff, Aleksandra Miecznik, Tom Luka Mines, Jule-Lina Mueller, Celine-Estelle N Gom, Nils Opalka, Sebastian Queda, Janine Rhiem, Laura Rodeck, Sina Rodermond, Damaris Roedding, Marcel Schmiegelt, Damian-Benedikt Schoofs, Viktoria Sobiech, Nico Stumm, Marina von Witzenhausen, Sally-Vanessa Wanney, Alina-Sophie Wittler, Claudia Weiß, Maik Schlaak
- dem Prüf-Team Lebenshilfe Oberhausen mit den Herren Leo Pytha-Greca, KaanTahtaci, Markus Alexander und Frau Stefanie Franken
- dem Projekt Justiz-Online und dessen Leiter Thomas Schmidt

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FHR gewinnt Landesinklusionspreis NRW 2020!